Kaum ein Gesundheitsthema sorgt jedes Jahr für so viele Diskussionen wie Sonnencreme und Vitamin D. Viele fragen sich, ob sie durch die tägliche Anwendung von Sonnenschutzmitteln weniger Vitamin D bilden und ob Sonnencreme die natürliche Vitamin-D-Produktion blockiert.
Kurzantwort: Nach aktuellem Wissensstand führt die normale Anwendung von Sonnencreme in der Regel nicht zu einem Vitamin-D-Mangel. Sonnenschutz schützt vor UV-Schäden, während der Körper weiterhin Vitamin D bilden kann.
Inhalt
Wie bildet der Körper Vitamin D?
Vitamin D ist ein lebenswichtiger Nährstoff für Knochen, Muskeln, Immunsystem und zahlreiche Stoffwechselprozesse.
Rund 80 bis 90 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs werden über die Haut gebildet. Dafür benötigt der Körper UVB-Strahlen der Sonne. Treffen diese auf die Haut, startet ein natürlicher Prozess, der zur Bildung von Vitamin D führt.
Da Sonnencreme UVB-Strahlen filtert, stellt sich die berechtigte Frage: Verhindert Sonnencreme die Vitamin-D-Produktion?
Wie viel Sonne braucht man für Vitamin D?
Die benötigte Sonnenexposition hängt stark von Hauttyp, Jahreszeit, Tageszeit und geografischer Lage ab.
Als grobe Orientierung gilt:
- Gesicht, Hände und Unterarme: reichen bei vielen Menschen im Sommer oft schon für eine ausreichende Vitamin-D-Produktion aus
- Helle Hauttypen: benötigen im Sommer oft nur 10–20 Minuten Sonne am Tag
- Dunklere Hauttypen: benötigen deutlich längere Sonnenexposition
In der Schweiz ist die Vitamin-D-Bildung besonders zwischen Oktober und März stark eingeschränkt, da die UVB-Strahlung in dieser Zeit meist nicht ausreicht.
Verhindert Sonnencreme die Vitamin-D-Aufnahme?
Streng genommen beeinflusst Sonnencreme nicht die Aufnahme von Vitamin D, sondern dessen Bildung in der Haut.
Unter Laborbedingungen kann Sonnencreme die Vitamin-D-Produktion deutlich reduzieren. Diese Studien basieren jedoch häufig auf einer perfekten Anwendung mit ausreichend Sonnencreme auf allen Hautflächen.
Im Alltag sieht die Situation anders aus:
Viele Menschen tragen weniger Sonnencreme auf als empfohlen oder lassen einzelne Hautpartien ungeschützt. Zudem verbringen sie trotz Sonnenschutz Zeit im Freien. Deshalb wird in der Praxis oft weiterhin genügend Vitamin D gebildet.
Was sagen aktuelle Studien zu Sonnencreme und Vitamin D?
Forscher des King’s College London konnten zeigen, dass auch bei der Verwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ausreichend Vitamin D gebildet werden kann. (Passeron et al., British Journal of Dermatology / King’s College London Review, 2019)
Eine weitere europäische Studie zeigte, dass Personen während eines sonnigen Urlaubs trotz korrekt angewendetem Sonnenschutz ihren Vitamin-D-Spiegel erhöhen konnten, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. (Young et al., British Journal of Dermatology, Randomized Controlled Sun-Holiday Study, 2019; Polen/Dänemark/UK Multicenter-Studie)
Die aktuelle wissenschaftliche Datenlage spricht daher gegen die weit verbreitete Annahme, dass Sonnencreme automatisch einen Vitamin-D-Mangel verursacht.
Warum Sonnenschutz unverzichtbar bleibt
Während die Auswirkungen von Sonnencreme auf Vitamin D oft überschätzt werden, sind die Risiken ungeschützter UV-Strahlung eindeutig belegt.
- Sonnenbrand
- vorzeitige Hautalterung
- Pigmentflecken
- aktinische Keratosen
- Hautkrebs
- malignes Melanom
Die richtige Balance zwischen Sonne und Vitamin D
Für die meisten Menschen ist es nicht sinnvoll, bewusst auf Sonnencreme zu verzichten.
Die Vitamin-D-Bildung hängt von vielen Faktoren ab:
- Hauttyp
- Alter
- Jahreszeit
- geografische Lage
- Aufenthaltsdauer im Freien
- Bekleidung
- Ernährung
Gerade in der Schweiz ist die körpereigene Vitamin-D-Produktion zwischen Herbst und Frühling deutlich eingeschränkt. Deshalb kann in den Wintermonaten eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D sinnvoll sein.
Welcher Sonnenschutzfaktor ist der richtige?
| Sonnenschutzfaktor | Für wen geeignet? | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| LSF 15–20 | Dunklere Hauttypen | Kurze Aufenthalte im Freien und moderate Sonneneinstrahlung im Alltag |
| LSF 30 | Die meisten Menschen | Idealer Sonnenschutz für den Alltag, Spaziergänge, Freizeitaktivitäten und normale Sonnenexposition |
| LSF 50 / LSF 50+ | Helle Hauttypen, Kinder, Menschen mit empfindlicher Haut oder Sonnenallergie | Intensive Sonneneinstrahlung, Ferien am Meer, Bergsport, Wassersport sowie längere Aufenthalte im Freien |
Wichtig: Kein Sonnenschutzmittel bietet einen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen. Deshalb sollte Sonnencreme grosszügig aufgetragen und insbesondere nach dem Schwimmen, Schwitzen oder längeren Aufenthalten in der Sonne regelmässig nachgetragen werden.
Unterschied zwischen UVA und UVB
UV-Strahlung besteht aus verschiedenen Komponenten mit unterschiedlichen Wirkungen:
- UVB-Strahlen:
Verantwortlich für die Vitamin-D-Bildung, aber auch für Sonnenbrand - UVA-Strahlen:
Dringen tiefer in die Haut ein und fördern Hautalterung, Faltenbildung und langfristige Hautschäden
Ein guter Sonnenschutz muss beide Strahlungsarten (Breitspektrum-Schutz) abdecken.
Sonnenschutz für Kopfhaut und Haare
Die Kopfhaut gehört zu den Körperbereichen, die besonders intensiv der Sonne ausgesetzt sind. Auch wenn über die Haut Vitamin D gebildet wird, sollte auf einen gezielten Sonnenschutz der Kopfhaut nicht verzichtet werden, da Sonnenbrand und langfristige UV-Schäden hier besonders häufig auftreten können.
- lichtem Haar
- Glatze
- Scheitel
- dünnem Haar
sollten besonders auf Sonnenschutz für Kopfhaut und Haare achten.
- Sonnenschutzsprays
- UV-Schutzfluids
- Hüte
- Kappen mit UV-Schutz
Auch die Haare profitieren von UV-Schutz, da intensive Sonneneinstrahlung die Haarstruktur schädigen kann.
Sonnenschutz bei Sonnenallergie
Menschen mit Sonnenallergie verzichten aus Sorge vor Hautreaktionen manchmal auf Sonnenschutz oder reduzieren die Anwendung bewusst, um mehr Vitamin D zu bilden. Experten raten jedoch davon ab: Gerade bei Sonnenallergie ist ein konsequenter UV-Schutz besonders wichtig.
Typische Symptome sind:
- Juckreiz
- Rötungen
- Bläschen
- Hautausschläge
Bei Sonnenallergie empfohlen:
- LSF 50 oder höher
- parfumfreie Formulierungen
- Produkte für empfindliche Haut
- zusätzlichen Schutz durch Kleidung und Schatten
Bei Sonnenallergie sind besonders gut verträgliche Sonnenschutzprodukte mit hohem LSF geeignet, z. B. empfindliche Hautformeln mit sehr hohem UVA-Schutz.
Häufige Fehler beim Sonnencreme auftragen
Viele Menschen riskieren einen Sonnenbrand durch falsche Anwendung von Sonnencreme.
Typische Fehler sind:
- zu geringe Menge Sonnencreme
- ungleichmässiges Auftragen
- kein Nachcremen nach dem Schwimmen oder Schwitzen
- nur Teilbereiche des Körpers werden geschützt
- falscher oder zu niedriger Lichtschutzfaktor
Sonnencreme richtig anwenden
Damit Sonnenschutz optimal wirkt, ist die richtige Anwendung entscheidend.
Empfehlungen:
- Grosszügige Menge verwenden (ca. 2 mg pro cm² Haut)
- 15–30 Minuten vor dem Sonnenkontakt auftragen
- Regelmässig nachcremen, besonders nach Wasser, Schwitzen oder Abtrocknen
- Auch Ohren, Nacken, Hände und Fussrücken nicht vergessen
- Wasserfest bedeutet nicht „dauerhaft geschützt“
Sonnenschutz und Vitamin D bei Kindern und Babys: Worauf Eltern achten sollten
Bei Kindern und Babys geht es beim Sonnenschutz vor allem darum, UV-Schäden konsequent zu vermeiden, ohne sich Sorgen um die Vitamin-D-Versorgung machen zu müssen. Ihre Haut ist deutlich dünner, reagiert schneller auf UV-Strahlung und kann sich weniger gut selbst schützen. Deshalb gilt: Sonnenschutz hat immer Priorität – Vitamin D wird in der Regel unabhängig davon ausreichend versorgt.
Worauf Eltern beim Sonnenschutz bei Kindern achten sollten:
| Bereich | Empfehlung | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Schatten | Direkte Sonne, besonders mittags, vermeiden | Kinderhaut ist extrem UV-empfindlich |
| Kleidung | Leichte, dicht gewebte Kleidung + Hut mit Nackenschutz | Physikalischer Schutz ist am effektivsten |
| Sonnencreme | LSF 50 oder 50+ für unbedeckte Hautstellen | Hoher Schutz vor UVB- und UVA-Strahlen |
| Auftragen | Grosszügig und regelmässig nachcremen | Kinder bewegen sich viel, Schutz geht schnell verloren |
| Babys (<1 Jahr) | Direkte Sonne komplett vermeiden | Kein ausreichender Eigenschutz der Haut |
Vitamin D bei Kindern: Muss man sich Sorgen machen?
Vitamin D ist wichtig für Knochenwachstum, Immunsystem und Entwicklung. Es wird einerseits über Sonnenlicht in der Haut gebildet, andererseits über Ernährung oder Supplemente aufgenommen.
Bei Kindern ist die Situation klar:
- Kinder halten sich trotz Sonnenschutz im Freien auf
- nicht alle Hautstellen sind permanent vollständig eingecremt
- in vielen Fällen wird Vitamin D zusätzlich als Tropfen empfohlen (v. a. bei Babys)
👉 Dadurch entsteht in der Praxis kein relevanter Vitamin-D-Mangel durch Sonnenschutz allein.
Geniessen Sie den Sommer – mit unserem sorgfältig ausgewählten Sonnenschutz
-
Angebot!

La Roche Posay Anthelios UVMune 400 Invisible Fluid LSF 50+ 50 ml
CHF 34.00Ursprünglicher Preis war: CHF 34.00CHF 27.20Aktueller Preis ist: CHF 27.20. Zum Angebot -
Angebot!

Eucerin Sun Allergy Protect Face & Body Gel-Creme LSF 50+ 200 ml
CHF 39.90Ursprünglicher Preis war: CHF 39.90CHF 31.90Aktueller Preis ist: CHF 31.90. Zum Angebot -
Angebot!

Eucerin Sun Face Oil Control Gel-Creme LSF 50+ 50 ml
CHF 33.90Ursprünglicher Preis war: CHF 33.90CHF 27.10Aktueller Preis ist: CHF 27.10. Zum Angebot -
Angebot!

Avène Sun SunsiMed KA 80 ml
CHF 36.90Ursprünglicher Preis war: CHF 36.90CHF 29.50Aktueller Preis ist: CHF 29.50. Zum Angebot -
Angebot!

Louis Widmer All Day 50+ mit Lippenpflege Stift 25 ml
CHF 13.90Ursprünglicher Preis war: CHF 13.90CHF 11.10Aktueller Preis ist: CHF 11.10. Zum Angebot -

Sensolar Sonnenspray ohne Emulgator LSF 50 400 ml
CHF 64.90 Zum Angebot
Quellen
European Academy of Dermatology and Venereology (EADV)
Schweizer Krebsliga
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
World Health Organization (WHO)
British Journal of Dermatology
PubMed / University of Liège (Belgien)
Häufige Fragen zu Sonnencreme und Vitamin D
Kann ich trotz Sonnencreme Vitamin D bilden?
Ja. Mehrere Studien zeigen, dass die normale Anwendung von Sonnencreme die Vitamin-D-Produktion meist nicht vollständig verhindert. Auch bei regelmässiger Anwendung gelangt weiterhin ausreichend UV-Strahlung auf die Haut, um die Vitamin-D-Bildung zu ermöglichen.
Führt LSF 50 zu Vitamin-D-Mangel?
Nein. Auch bei der Verwendung von LSF 50 kann der Körper weiterhin Vitamin D bilden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein hoher Lichtschutzfaktor die Vitamin-D-Produktion zwar reduzieren kann, sie jedoch normalerweise nicht vollständig blockiert.
Wie lange sollte ich ohne Sonnencreme in die Sonne?
Gesundheitsorganisationen empfehlen nicht, bewusst auf Sonnenschutz zu verzichten, um Vitamin D zu bilden. Die Risiken durch UV-Strahlung, wie Sonnenbrand, Hautalterung und Hautkrebs, überwiegen den möglichen Nutzen einer ungeschützten Sonnenexposition.
Welche Sonnencreme eignet sich bei Sonnenallergie?
Empfohlen werden Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50), einer guten UVA-Abdeckung sowie möglichst wenigen Duft- und Reizstoffen. Speziell für empfindliche Haut entwickelte Produkte können helfen, Hautreaktionen zu reduzieren.
Ist Sonnencreme für das Gesicht notwendig?
Ja. Die tägliche Anwendung von Sonnenschutz im Gesicht schützt vor lichtbedingter Hautalterung, Pigmentflecken und anderen UV-bedingten Hautschäden. Gesichtspflege mit integriertem Sonnenschutz gehört heute zu den wichtigsten Massnahmen für eine langfristig gesunde Haut.