Eine konsequente Mund- und Zahnpflege ist entscheidend für Ihre allgemeine Gesundheit. Sie schützt vor Karies, Zahnverlust, Zahnfleischerkrankungen, Parodontitis und Mundgeruch.
Doch viele Menschen sind unsicher: Welche Zahnpasta ist die beste? Wie oft sollten die Zähne geputzt werden? Und welche Mittel helfen wirklich gegen Mundgeruch – auch bei Kindern?
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über Dentalhygiene, Zahnreinigung, Zahnpasta, Mundspülung sowie Ursachen und Lösungen bei Mundgeruch.
Inhalt
Warum Mund- und Zahnpflege so wichtig ist
Im Mundraum befinden sich mehrere hundert Millionen Bakterien. Werden diese nicht regelmässig entfernt, bilden sie Zahnbelag (Plaque), der langfristig zu Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis führen kann. Zusätzlich entstehen durch bakterielle Abbauprozesse unangenehme Gerüche, die sich als Mundgeruch bemerkbar machen.
Eine konsequente Mund- und Zahnpflege:
- reduziert das Risiko für Karies
- schützt vor Zahnfleischerkrankungen
- beugt Mundgeruch vor
- trägt zum Erhalt der Zähne bis ins hohe Alter bei
Zähne putzen – wie oft, wie lange und richtig
Zahnärzte empfehlen, die Zähne mindestens zweimal täglich, morgens und abends, jeweils 2–3 Minuten zu putzen.
Nach säurehaltigen Mahlzeiten 30 Minuten warten, um den Zahnschmelz zu schonen.
Häufige Fehler beim Zähneputzen
- zu hoher Druck
- harte Zahnbürsten
- ausschliesslich horizontales Schrubben
- Vernachlässigung der Zahnzwischenräume
Allein durch Zähneputzen werden nur rund 70 % der Zahnflächen gereinigt. Eine ergänzende Zahnreinigung ist daher unerlässlich.
Tipps für Kinder: Zähne putzen richtig lernen
Die Zahnpflege sollte ab dem ersten Zahn beginnen. Kinderzähne sind empfindlich und anfällig für Karies.
Tipps für Zähne putzen bei Kindern:
Zweimal täglich Zähne putzen – morgens und abends
Altersgerechte fluoridhaltige Zahnpasta verwenden (erbsengrosse Menge)
Eltern sollten bis ins Schulalter nachputzen, um eine gründliche Reinigung sicherzustellen
Zahnzwischenräume reinigen & Mundspülung richtig anwenden
- Zahnzwischenräume reinigen: Zahnseide entfernt Plaque und Speisereste aus engen Zwischenräumen. Interdentalbürsten eignen sich besonders für grössere Zwischenräume oder freiliegende Zahnhälse.
- Mundspülung: Antibakterielle Mundspülungen reduzieren Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch. Sie ersetzen jedoch nicht das Zähneputzen oder die Reinigung der Zahnzwischenräume.
Zahnpasta: Inhaltsstoffe, Empfehlungen & zu vermeiden
Zahnpasta – Inhaltsstoffe verständlich erklärt
Inhaltsstoffe: Eine hochwertige Zahnpasta enthält Fluorid, das den Zahnschmelz stärkt, sowie milde Schleifstoffe mit niedrigem RDA-Wert. Sie sollte möglichst wenige reizende Zusatzstoffe enthalten.
Welche Zahnpasta empfehlen Zahnärzte? Zahnärzte raten zu fluoridhaltiger Zahnpasta (1000–1500 ppm), da sie nachweislich vor Karies schützt.
Welche Zahnpasta sollte man vermeiden? Vermeiden Sie abrasive Whitening-Pasten für den täglichen Gebrauch oder fluoridfreie Zahnpasta, da diese keinen ausreichenden Kariesschutz bietet.
Beliebte Zahnpasten in der Schweiz:
Elmex Kariesschutz – für täglichen Kariesschutz
Curaprox Enzycal – sanft zu Zähnen und Zahnfleisch
Sensodyne ProSchmelz – ideal bei empfindlichen Zähnen
Fluorid in der Zahnpasta – Mythen & Fakten
Fluorid ist einer der am häufigsten verwendeten Wirkstoffe in Zahnpasten und wird von Zahnärzten in der Prävention von Karies seit Jahrzehnten empfohlen. Es stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren, die durch Bakterien im Mund produziert werden. EU-Health-Claims bestätigen, dass Fluorid zur Stärkung der Zähne und zur Vorbeugung von Karies beiträgt.
Trotz dieser nachweislichen Vorteile ist Fluorid in der Öffentlichkeit lange Zeit umstritten gewesen. Ein Grund dafür war die Sorge um eine mögliche Überdosierung, insbesondere bei Kindern, die versehentlich Zahnpasta verschlucken.
Zu viel Fluorid kann in seltenen Fällen zu einer Fluorose führen, erkennbar an weissen Streifen auf den Zähnen.
Weitere Kritikpunkte bezogen sich auf Mythen über Gesundheitsrisiken, die wissenschaftlich nicht belegt sind. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta bei richtiger Dosierung sicher ist und keinen gesundheitlichen Schaden verursacht. Die FDI World Dental Federation empfiehlt die tägliche Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta mit 1000–1500 ppm Fluorid, weil diese nachweislich zur Kariesprävention beiträgt und ein wirksamer Bestandteil moderner Zahnpflege ist.
Heute gilt Fluorid in der Zahnpasta als bewährter Standard zur Kariesprävention, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – vorausgesetzt, die altersgerechte Dosierung wird eingehalten.
Mundgeruch: Ursachen erkennen und effektiv bekämpfen
Ursachen für Mundgeruch
- bakterielle Beläge auf der Zunge
- Zahnfleischentzündungen
- Karies oder Parodontitis
- trockener Mund
- Seltener kann Mundgeruch vom Magen kommen oder auf systemische Erkrankungen hinweisen.
Wann ist Mundgeruch bedenklich?
- Dauerhaft bestehender Mundgeruch
- Mundgeruch trotz gründlicher Zahnpflege
- Begleitet von Schmerzen, Blutungen oder Schwellungen
Mundgeruch bekämpfen – praktische Lösungen
- Zähne putzen und Zahnseide anwenden
- Zungenreinigung
- zuckerfreie Zahnpflegekaugummis
- Mundspray (kurzfristig wirksam)
- konsequente Mundhygiene
- regelmässige professionelle Zahnreinigung
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Ursachenabklärung durch Zahnarzt oder Fachpersonal
Produkte zur Unterstützung der Zahnpflege
CB12 kann geruchsbildende Schwefelverbindungen neutralisieren
Ergänzend: Mundsprays oder spezielle Zahnpflegekaugummis
Mundgeruch bei Kindern & Karies bei Kindern
Häufig durch unzureichende Mundhygiene oder Zahnwechsel
Karies vermeiden durch zweimal tägliches Zähneputzen und fluoridhaltige Kinderzahnpasta
Zahnpflege mit Zahnspange – Tipps für gesunde Zähne
Eine feste Zahnspange stellt besondere Anforderungen an die Zahnpflege. Brackets und Drähte begünstigen Plaqueansammlungen und erhöhen das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und weisse Flecken auf den Zähnen. Eine gezielte Mund- und Zahnpflege ist daher während der kieferorthopädischen Behandlung unerlässlich.
Richtige Zahnpflege bei fester Zahnspange: Zähneputzen, Zahnzwischenräume & Mundspülung
| Zahnpflege-Massnahme | Tipps und Hinweise |
|---|---|
| Zähne putzen | Verwenden Sie eine weiche oder speziell für Zahnspangen entwickelte Zahnbürste. Putzen Sie mindestens zweimal täglich jeweils 2–3 Minuten. Achten Sie darauf, unter und um die Brackets gründlich zu reinigen. Eine elektrische Zahnbürste kann die Plaque-Entfernung erleichtern. |
| Zahnzwischenräume reinigen | Interdentalbürsten eignen sich besonders gut, um die kleinen Zwischenräume zwischen Brackets, Drähten und Zähnen zu säubern. Zahnseide mit speziellen Einfädelhilfen hilft, Plaque auch unter dem Draht zu entfernen. |
| Mundspülung | Eine antibakterielle Mundspülung kann zusätzlich Plaque reduzieren und das Zahnfleisch schützen. Sie ersetzt jedoch nicht das Zähneputzen oder die Zahnzwischenraumreinigung. |
| Zahnpasta | Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasta (1000–1500 ppm), um den Zahnschmelz zu stärken und Karies vorzubeugen. Spezielle Zahnpasten für kieferorthopädische Patienten können bei der Entfernung von Verfärbungen unterstützen. |
| Zusätzliche Hilfsmittel | Zahnpflegekaugummis (zuckerfrei) fördern die Speichelbildung und unterstützen die Reinigung zwischen den Mahlzeiten. Zungenreiniger können helfen, Mundgeruch zu vermeiden, der bei Zahnspangen häufiger auftritt. |
Ernährungstipps für Zahnspangenträger
Die richtige Ernährung unterstützt die Zahnpflege mit Zahnspange und hilft, Schäden an Brackets sowie Karies zu vermeiden.
Vermeiden Sie harte, klebrige oder stark zuckerhaltige Lebensmittel, da sie Brackets beschädigen oder Karies begünstigen können.
Bevorzugen Sie gemüsereiche, weiche Lebensmittel, die zahn- und bracketfreundlich sind.
Wasser trinken hilft, Speisereste zu entfernen und den Mund feucht zu halten.
Regelmässige Kontrolltermine beim Kieferorthopäden sind wichtig, um die Zahnspange korrekt einzustellen und Probleme frühzeitig zu erkennen.
Professionelle Zahnreinigungen beim Zahnarzt alle 6–12 Monate helfen, hartnäckige Beläge und Verfärbungen zu entfernen.
Parodontitis vorbeugen – Ursachen, Symptome & Behandlung
Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates und zählt zu den häufigsten Ursachen für Zahnverlust bei Erwachsenen. Wird sie früh erkannt, lässt sich Parodontitis jedoch wirksam behandeln und gezielt vorbeugen.
Ursachen von Parodontitis
Die Hauptursache für Parodontitis sind bakterielle Beläge, die sich dauerhaft am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen festsetzen. Weitere Risikofaktoren sind:
- unzureichende Mund- und Zahnpflege
- Rauchen
- Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen
- genetische Veranlagung
- Stress und hormonelle Veränderungen
Symptome Parodontitis erkennen
Parodontitis entwickelt sich häufig schleichend und bleibt lange unbemerkt. Typische Symptome sind:
- Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder Kauen
- gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
- anhaltender Mundgeruch trotz guter Zahnpflege
- Rückgang des Zahnfleisches
- Lockerung der Zähne in fortgeschrittenen Stadien
Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Parodontitis vorbeugen – so schützen Sie Ihr Zahnfleisch
Eine konsequente Mundhygiene ist der wichtigste Faktor, um Parodontitis vorzubeugen. Besonders wirksam sind:
Zähne putzen mindestens zweimal täglich
tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
regelmässige professionelle Zahnreinigungen beim Zahnarzt
Verzicht auf Rauchen
frühzeitige Kontrolle bei Zahnfleischbluten
Alltagstipps für gesunde Zähne
- mindestens zweimal täglich Zähne putzen
- täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden
- Zunge regelmässig reinigen
- Mundspülung gezielt einsetzen
- Zahnpflegekaugummi nur ergänzend nutzen
- regelmässige Zahnarzt- und Dentalhygiene-Termine wahrnehmen
Übersicht: Zahnpflege-Massnahmen im Vergleich
Massnahme | Nutzen | Empfehlung |
Entfernt Plaque | 2× täglich | |
Reinigt enge Zwischenräume | 1× täglich | |
Für grössere Zwischenräume | 1× täglich | |
Ergänzende Pflege | nach Bedarf | |
Reduziert Mundgeruch | täglich | |
Fördert Speichelfluss | zwischendurch | |
Professionelle Zahnreinigung | Tiefenreinigung | 1–2× jährlich |
Fazit
Eine gute Mund- und Zahnpflege kombiniert regelmässiges Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume und die Verwendung geeigneter Zahnpflegeprodukte. Wer konsequent auf seine Mundhygiene achtet, schützt seine Zähne langfristig, beugt Mundgeruch vor und erhält die Zahngesundheit bis ins hohe Alter.
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Quellen
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO)
European Federation of Periodontology (EFP)
European Academy of Paediatric Dentistry (EAPD)
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
European Food Safety Authority (EFSA)
Häufige Fragen zum Thema Mund- und Zahnpflege
Wie oft sollte man die Zähne am Tag putzen?
Die Zähne sollten mindestens zweimal täglich, morgens und abends, jeweils 2–3 Minuten geputzt werden. Diese Routine reduziert Karies, Zahnbelag und Zahnfleischerkrankungen deutlich.
Welche Zahnpasta empfehlen Zahnärzte?
Zahnärzte empfehlen in der Regel fluoridhaltige Zahnpasta, da Fluorid den Zahnschmelz stärkt und nachweislich vor Karies schützt. Die genaue Zusammensetzung sollte dem Alter und dem individuellen Kariesrisiko entsprechen.
Reicht Zähne putzen allein für eine gute Mundhygiene aus?
Nein. Zähne putzen reinigt nur etwa 70 % der Zahnflächen. Für eine vollständige Zahnreinigung sind Zahnseide oder Interdentalbürsten notwendig, um die Zahnzwischenräume effektiv zu säubern.
Woher kommt Mundgeruch?
In etwa 90 % der Fälle entsteht Mundgeruch im Mundraum selbst, meist durch bakterielle Beläge auf Zunge, Zähnen oder Zahnfleisch. Seltener kann Mundgeruch auf Magen- oder andere Erkrankungen hinweisen.
Was hilft wirklich gegen Mundgeruch?
Langfristig hilft nur eine konsequente Mundhygiene, bestehend aus Zähneputzen, Zahnzwischenraumreinigung, Zungenreinigung und regelmässiger professioneller Zahnreinigung. Kurzfristige Produkte wie Mundsprays wirken meist nur vorübergehend.