Sobald im Frühling die Temperaturen über etwa 8 °C steigen, beginnt auch die Zeckensaison. Bis in den Herbst hinein sind Zecken in Wäldern, Gärten, Parks und auf Wiesen aktiv. Ein Zeckenbiss ist zwar meist harmlos, kann jedoch Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie Sie sich schützen, eine Zecke richtig entfernen und mögliche Symptome frühzeitig erkennen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige rund um den Zeckenbiss – von der Vorbeugung bis zum richtigen Verhalten nach einem Stich.
Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick
| Thema | Kurz erklärt |
|---|---|
| Wann sind Zecken aktiv? | Von Frühling bis Herbst, sobald die Temperaturen über ca. 8 °C liegen. |
| Wo kommen Zecken vor? | Wälder, Waldränder, Wiesen, Gärten, Parks und Spielplätze. |
| Welche Krankheiten übertragen sie? | Vor allem Borreliose und FSME. |
| Wie schützt man sich? | Lange Kleidung, Zeckenschutzmittel und gründliche Körperkontrolle. |
| Was tun nach einem Zeckenbiss? | Zecke möglichst schnell entfernen und die Einstichstelle beobachten. |
Was sind Zecken?
Zecken gehören zur Familie der Spinnentiere und ernähren sich vom Blut von Menschen und Tieren. Entgegen einem weit verbreiteten Mythos fallen sie nicht von Bäumen, sondern sitzen meist auf Gräsern oder niedrigem Gebüsch und gelangen beim Vorbeigehen auf den Körper.
Da Zecken nur wenige Millimeter gross sind, bleiben sie häufig unbemerkt. Erst wenn sie sich festgesaugt haben, werden sie entdeckt.
Die Entwicklung einer Zecke
| Entwicklungsstadium | Grösse | Besonderheit |
| Larve | ca. 0,5 mm | Schlüpft mit sechs Beinen und benötigt die erste Blutmahlzeit. |
| Nymphe | 1–2 mm | Häufig verantwortlich für Zeckenstiche beim Menschen. |
| Erwachsene Zecke | 2,5–4,5 mm | Nach mehreren Blutmahlzeiten fortpflanzungsfähig. |
Eine Zecke kann bis zu sechs Jahre alt werden und benötigt während ihres Lebens mehrere Blutmahlzeiten.
Wo leben Zecken?
Viele Menschen vermuten Zecken ausschliesslich im Wald. Tatsächlich finden sie sich heute an vielen Orten.
Typische Lebensräume sind:
- Waldränder
- Waldwege
- hohes Gras
- Büsche und Sträucher
- Parkanlagen
- Gärten
- Badewiesen
Wie kommt es zu einem Zeckenbiss?
Hat eine Zecke Kontakt mit einem Menschen, sucht sie zunächst eine warme und gut durchblutete Körperstelle. Dieser Vorgang kann einige Minuten dauern. Deshalb lohnt sich eine gründliche Kontrolle direkt nach dem Aufenthalt im Freien.
Beim Stechen ritzt die Zecke die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an und verankert sich mit kleinen Widerhaken. Gleichzeitig gibt sie ein leicht betäubendes Sekret ab. Dadurch bleibt der Stich meist unbemerkt.
Während der Blutmahlzeit können Krankheitserreger übertragen werden.
Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
In der Schweiz stehen vor allem zwei Krankheiten im Fokus: Borreliose und FSME. Obwohl beide durch Zecken übertragen werden, unterscheiden sie sich deutlich.
| Borreliose | FSME |
| Verursacht durch Bakterien | Verursacht durch Viren |
| Übertragung meist erst nach mehreren Stunden | Übertragung häufig bereits kurz nach dem Stich |
| Behandlung mit Antibiotika möglich | Keine ursächliche Behandlung |
| Keine Impfung verfügbar | Impfung vorhanden |
| Typisches Zeichen: Wanderröte | Typisch sind grippeähnliche Beschwerden und später neurologische Symptome |
Borreliose erkennen
Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in der Schweiz. Nicht jede Zecke trägt die Bakterien, dennoch sollte jeder Zeckenbiss beobachtet werden.
Ein frühes Anzeichen ist die sogenannte Wanderröte. Dabei bildet sich Tage bis Wochen nach dem Stich eine ringförmige Hautrötung, die sich langsam ausbreitet.
Weitere mögliche Beschwerden sind:
- Müdigkeit
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Muskelschmerzen
Wird Borreliose früh erkannt, lässt sie sich in den meisten Fällen erfolgreich mit Antibiotika behandeln.
FSME – die Frühsommer-Meningoenzephalitis
FSME wird durch Viren ausgelöst und kann zu einer Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns führen.
Die ersten Symptome ähneln oft einer Grippe:
- Fieber
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
Bei einem Teil der Betroffenen kann sich die Erkrankung verschlimmern und das Nervensystem betreffen.
Der wichtigste Unterschied zur Borreliose: Gegen FSME gibt es eine wirksame Schutzimpfung. Besonders Menschen, die sich häufig in der Natur aufhalten, sollten sich dazu ärztlich beraten lassen.
Nach dem Aufenthalt im Freien: Den Körper gründlich kontrollieren
Nicht jede Zecke sticht sofort. Häufig krabbelt sie zunächst über den Körper und sucht nach einer geeigneten Stelle.
Deshalb sollten Sie sich nach jedem Aufenthalt im Grünen sorgfältig absuchen.
Besonders häufig betroffene Körperstellen
| Erwachsene | Kinder |
| Kniekehlen | Hinter den Ohren |
| Achselhöhlen | Haaransatz |
| Leistengegend | Hals |
| Bauchnabel | Kniekehlen |
| Armbeugen | Armbeugen |
| Haaransatz | Bauchnabel |
Kontrollieren Sie auch schwer einsehbare Bereiche wie Rücken oder Nacken. Bei Kindern empfiehlt sich zusätzlich ein Blick in die Haare.
So schützen Sie sich wirksam vor Zecken
Mit einigen einfachen Massnahmen lässt sich das Risiko eines Zeckenbisses deutlich reduzieren.
Geeignete Kleidung
Wer im Wald oder auf Wiesen unterwegs ist, sollte möglichst lange Kleidung tragen. Helle Stoffe erleichtern das Erkennen von Zecken. Zusätzlich können die Hosenbeine in die Socken gesteckt werden, damit Zecken nicht unter die Kleidung gelangen.
Zeckenschutzmittel
Spezielle Zeckensprays können Zecken für mehrere Stunden fernhalten. Je nach Produkt eignen sie sich für Erwachsene oder Kinder. Beachten Sie stets die Anwendungshinweise des Herstellers.
Tickless Ultraschall-Zeckenschutz
Tickless-Geräte senden für Menschen und Haustiere nicht hörbare Ultraschallimpulse aus, welche Zecken fernhalten sollen. Sie kommen ohne Chemikalien aus und eignen sich besonders für Spaziergänge, Wanderungen, Gartenarbeiten oder den Aufenthalt auf dem Spielplatz.
Körperkontrolle
Die gründliche Kontrolle des Körpers bleibt die wichtigste Schutzmassnahme. Je früher eine Zecke entdeckt wird, desto geringer ist das Risiko einer Krankheitsübertragung.
Zecke richtig entfernen – Schritt für Schritt
Entdecken Sie eine Zecke, sollte sie möglichst rasch entfernt werden.
So gehen Sie vor:
- Verwenden Sie eine Zecken-Pinzette oder einen Zeckenhaken.
- Greifen Sie die Zecke möglichst hautnah.
- Ziehen Sie sie langsam und gerade heraus.
- Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen.
- Quetschen Sie den Körper der Zecke nicht.
- Desinfizieren Sie die Einstichstelle.
- Notieren Sie Datum und Körperstelle.
Nicht empfohlen werden:
- Öl
- Nagellack
- Klebstoff
- Alkohol vor dem Entfernen
Diese Hausmittel können dazu führen, dass die Zecke zusätzlichen Speichel oder Darminhalt abgibt.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn sich nach einem Zeckenbiss Beschwerden entwickeln.
Dazu gehören insbesondere:
- eine kreisförmige Wanderröte
- Fieber
- starke Kopfschmerzen
- Gelenkschmerzen
- neurologische Auffälligkeiten
- Unsicherheit, ob die Zecke vollständig entfernt wurde
Je früher eine mögliche Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
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Quellen
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
mediX Schweiz – Guideline Zeckenübertragene Krankheiten
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)
World Health Organization (WHO)
Häufige Fragen zu Zecken
Wie schnell sollte eine Zecke entfernt werden?
Möglichst sofort. Besonders bei Borreliose sinkt das Übertragungsrisiko, wenn die Zecke früh entfernt wird. Entfernen Sie die Zecke deshalb möglichst zeitnah und beobachten Sie die Einstichstelle in den folgenden Wochen.
Kann jede Zecke Krankheiten übertragen?
Nein. Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger. Trotzdem sollte jeder Zeckenbiss ernst genommen werden, da sich nicht erkennen lässt, ob eine Zecke infiziert ist.
Gibt es eine Impfung gegen Zecken?
Nein. Es gibt keine Impfung gegen Zecken selbst. Allerdings schützt eine Impfung vor FSME, einer durch Zecken übertragenen Viruserkrankung. Gegen Borreliose steht derzeit keine Schutzimpfung zur Verfügung.
Ist jeder rote Fleck nach einem Zeckenbiss Borreliose?
Nein. Eine kleine Rötung direkt nach dem Stich ist meist eine normale Hautreaktion und verschwindet nach kurzer Zeit. Vergrössert sich die Rötung ringförmig oder treten zusätzlich Beschwerden wie Fieber oder Gelenkschmerzen auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.